Unterrichtsversorgung im Landkreis Diepholz bleibt deutlich unter Landesniveau – Schönreden hilft den Schulen vor Ort nicht
Während Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Bündnis 90/Grüne) eine positive Bilanz zur Unterrichtsversorgung im Land zieht, zeigt ein Blick auf den Landkreis Diepholz ein anderes Bild. Im laufenden Schuljahr 2025/2026 liegt die Unterrichtsversorgung hier bei lediglich 95,5 Prozent – und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 97,2 Prozent, erklärt der heimische Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann (CDU).
Von einer spürbaren Verbesserung kann im Landkreis seit Jahren keine Rede sein. Die Unterrichtsversorgung bewegt sich konstant auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Besonders kritisch ist die Lage an einzelnen Schulformen: Hauptschulen, Förderschulen und Oberschulen sind weiterhin deutlich schlechter ausgestattet als andere Schularten.
„Die landesweit positive Darstellung hilft den Schulen im Landkreis Diepholz wenig. Entscheidend ist die Situation vor Ort – und die bleibt insbesondere in den ländlichen Regionen angespannt“, so Scharrelmann.
Eine dauerhaft unterdurchschnittliche Unterrichtsversorgung bedeutet für viele Schulen zusätzliche Belastungen im Alltag: mehr Unterrichtsausfall, fachfremder Unterricht und weniger individuelle Förderung für Schülerinnen und Schüler. Besonders problematisch ist, dass gerade Schulformen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf besonders stark betroffen sind.
„Wenn das Kultusministerium von Fortschritten spricht, müssen diese auch im ländlichen Raum ankommen. Der Landkreis Diepholz darf bei der Unterrichtsversorgung nicht dauerhaft hinter dem Landesniveau zurückbleiben. Notwendig sind gezielte Maßnahmen, um insbesondere unterversorgte Schulformen im Landkreis spürbar zu stärken und die Unterschiede zwischen den Regionen zu verringern. Gute Bildung muss überall im Land gewährleistet sein – nicht nur im Durchschnitt der Statistik", führt Scharrelmann weiter aus.