CDU Kreisverband Diepholz

Knoerig und heimische Landwirte bei Bundesminister Alois Rainer: Neue Wege für die Biogas-Finanzierung

Die Zukunft der Biogasbranche im Rahmen der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) stand im Mittelpunkt eines Fachgesprächs des heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Mit dabei waren drei Vertreter aus Knoerigs Wahlkreis Diepholz/Nienburg I: Berater Friedhelm Hartkamp aus Groß Lessen sowie die Anlagenbetreiber Andreas Rohlfs vom Energiehof Strange in Wehrbleck und Florian Stelloh aus Bahrenborstel. Zudem nahm Uwe Welteke-Fabricius, Sprecher des Netzwerks Flexperten, am Gespräch teil.

Bildunterschrift (v.l.): Axel Knoerig MdB, Friedhelm Hartkamp, Bundesminister Alois Rainer, Uwe Welteke-Fabricius, Andreas Rohlfs, Florian Stelloh.Bildunterschrift (v.l.): Axel Knoerig MdB, Friedhelm Hartkamp, Bundesminister Alois Rainer, Uwe Welteke-Fabricius, Andreas Rohlfs, Florian Stelloh.

Knoerig machte deutlich: Das bislang im EEG-Entwurf vorgesehene Ausschreibungsvolumen von 4500 Megawatt bis 2032 reicht nicht aus. Damit drohe für einen großen Teil der rund 10.000 Biogasanlagen, die demnächst aus der 20-jährigen EEG-Förderung fallen, das Aus. Dabei können moderne, flexible Biogasanlagen gerade dann Strom liefern, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Zugleich sichern sie Wärmeversorgung und Wertschöpfung im ländlichen Raum und verringern die Abhängigkeit von fossilen Gasimporten.

Für eine verlässliche Perspektive der Biogas-Branche seien nach Einschätzung der Fachleute rund 20 Gigawatt Ausschreibungsvolumen bis 2032 erforderlich. Die Anlagen sollen künftig weniger Stunden laufen, dafür aber gezielt dann mehr Strom erzeugen, wenn er gebraucht wird. Damit werden sie zu einem wichtigen Baustein für die Versorgungssicherheit.

Entscheidend ist dabei die Frage der Finanzierung. Bislang werden die Kosten für die Flexibilisierung im Wesentlichen über das EEG und damit aus dem Bundeshaushalt getragen. Knoerig und die Experten setzen sich deshalb für einen neuen Weg ein: Der Teil der Kosten, der nicht die Erzeugung von Ökostrom, sondern den Aufbau dringend benötigter gesicherter Stromkapazitäten betrifft, sollte über die Strom-VKG-Umlage finanziert werden. Ein entsprechendes Konzept hat die auf Energierecht spezialisierte Kanzlei Becker Büttner Held (BBH) in einem Gutachten entwickelt. 

Vereinfacht gesagt: Das EEG fördert weiterhin den grünen Strom aus Biogas. Die Kosten für den zusätzlichen Kapazitätsaufbau werden dagegen über das Stromsystem selbst finanziert. Damit würde die Finanzierung stärker dort ansetzen, wo auch der Nutzen der zusätzlichen gesicherten Stromleistung entsteht.

CSU-Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zeigte sich an einer zukunftsfesten Perspektive für die Biogasbranche interessiert. Er will das Konzept nun beim federführenden Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) zur schnellen und konstruktiven Prüfung ansprechen.

„Wir müssen den Knoten für die Tausenden von bedrohten Biogasanlagen schnell durchschlagen. Die Strom-VKG-Umlage kann dabei ein wichtiger Baustein sein, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammenzubringen – ohne den Bundeshaushalt zusätzlich zu belasten“, betonte Axel Knoerig und dankte dem Minister für die Einladung.

Weiterführende Informationen, darunter das Gutachten zum vorgeschlagenen Finanzierungsmodell, finden sich im Downloadbereich der Kampagne „Biogas ist Zukunft“: biogas-ist-zukunft.de/downloads-pressematerial