Presse

Presse
21.12.2018, 13:36 Uhr
„Verbraucher werden z.T. bei Rankings und Vielfalt getäuscht“
MdB Axel Knoerig zu Vergleichsportalen im Internet
Das Bundeskartellamt hat erste Ergebnisse einer Untersuchung von 150 InternetVergleichsportalen veröffentlicht. Diese betreffen die Branchen Reise (u.a. Opodo), Energie (u.a. Verivox), Versicherungen (u.a. Check24), Telekommunikation (u.a. billigertelefonieren.de) und Finanzen (u.a. Finanzcheck). Dazu berichtet Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig, Berichterstatter für die Digitalwirtschaft im Wirtschaftsausschuss: „Viele Informationen auf den Vergleichsportalen sind seriös und authentisch, allerdings gibt es auch teilweise irreführende Angaben. So können bei bestimmten Rankings die ersten Plätze von Unternehmen gekauft werden, wie das Kartellamt festgestellt hat. Auch bilden die Portale oft nur die Hälfte aller bestehenden Angebote ab. Das betrifft etwa den Versicherungsbereich.
Ferner wird den Verbrauchern eine Vielfalt an Portalen suggeriert. Dabei gehören viele davon wenigen großen Unternehmensgruppen an. Daher greifen diese auch nur auf relativ wenige Datenbanken für den Angebotsvergleich zu. Hier fehlt es an angemessener und umfassender Information der Verbraucher. Viele Nutzer von Vergleichsportalen kennen sicherlich das Einblenden von Informationen darüber, wie viele Personen sich gerade ein Angebot ansehen oder wie viele Plätze noch verfügbar sind. Auch diese intransparenten Praktiken stellen eine Beeinflussung der Verbraucher dar, welche das Bundeskartellamt dank neuer Befugnisse untersuchen kann: Wir haben mit der 9. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen 2017 festgelegt, dass die Marktbedingungen in einzelnen Wirtschaftssektoren geprüft werden können, wenn z.B. der Verdacht auf unlauteren Wettbewerb oder einen Verstoß gegen die AGBVorschriften besteht. Immer mehr Verbraucher nutzen solche Vergleichsportale für größere Anschaffungen, monatliche Fixkosten wie Strom, Heizung und Telefon sowie Geldanlagen. Darum ist es wichtig, dass bei den Vergleichen objektive und umfassende Grundlagen gelten. Mit unserem Gesetz haben wir im letzten Jahr die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen.“ Das Bundeskartellamt hat die „Sektoruntersuchung Vergleichsportale“ im Oktober 2017 gestartet. Der Abschlussbericht wird im kommenden Jahr erwartet. Kartellamtschef Andreas Mundt stellte die Zwischenergebnisse jetzt der Arbeitsgruppe Wirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin vor.
aktualisiert von Ralf Eggers, 22.12.2018, 13:37 Uhr