Presse

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18.03.2018, 15:56 Uhr
MdB Axel Knoerig schreibt an Bundesnetzagentur
1.500 Telekom-Kunden im Wahlkreis von Internet-Drosselung betroffen
 Der heimische Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig hat die Bundesnetzagentur in einem Schreiben darum gebeten, im Falle einer Internet-Drosselung für Telekom-Kunden vermittelnd einzugreifen. Wie in der Presse berichtet, müssen ca. 30.000 Kunden im Nordwesten Deutschlands eine vorübergehende Herabstufung ihrer Breitbandgeschwindigkeit von 50 auf 16 Mbit/s befürchten. Im Wahlkreis Diepholz/Nienburg I sind rund 1.500 Telekom-Kunden ggf. von reduzierten Internetraten betroffen. Das teilt Knoerig, auch stellvertretendes Mitglied im Beirat der Bundesnetzagentur, in einer Pressemitteilung mit. 
 Zum Hintergrund: Im Zuge des Ausbaus von Vectoring im Nahbereich will Mitbewerber EWE u.a. in Niedersachsen seine Hauptverteiler, die von der Telekom mitgenutzt werden, auf 100 Mbit/s aufrüsten. Dazu erklärt Knoerig, auch Berichterstatter für digitale Wirtschaft: „Aus technischer Sicht können die Hauptverteiler immer nur von einem einzigen Netzbetreiber ausgebaut werden. Im Gegenzug muss dieser deshalb sein Netz öffnen und den Zugang als Vorleistungsprodukt anderen Netzbetreibern käuflich zur Verfügung stellen, damit diese ihren Kunden eine vergleichbare Leistung anbieten können.“

Nach Angaben der Telekom kann das Unternehmen die betroffenen Kunden aus vertraglichen Gründen nicht ohne weiteres umschalten. Daher würde diesen zunächst gekündigt und vorübergehend Neuverträge mit geringeren Bandbreiten oder andere Alternativen angeboten. EWE hingegen sieht insgesamt keine Probleme in diesem Zusammenhang, da auch der Zugang zu den neuen Geschwindigkeiten über die Vorleistungsprodukte weiterhin den Kunden der Telekom zur Verfügung stehen kann. Knoerig: „Um die Regulierung der Vorleistungsprodukte kümmert sich in Deutschland die Bundesnetzagentur. Deshalb habe ich mich direkt an sie gewandt, damit sie auch die Verbraucher umfassend informiert.

Denn es ist für die Kunden schwer nachzuvollziehen, warum bei einer angestrebten Erhöhung der Internetgeschwindigkeit durch einen fremden Netzbetreiber eine vorübergehende Reduzierung der Bandbreite des eigenen Netzbetreibers in Kauf genommen werden soll. Deshalb sollte die Bundesnetzagentur darauf hinweisen, dass durch die Möglichkeit der Vorleistungsprodukte unterschiedliche Anbieter-Alternativen mit vergleichbaren Leistungen bestehen. Die Verbraucher sollten jene Anbieter nutzen, welche die besten Bandbreiten erbringen.“ 
aktualisiert von Ralf Eggers, 26.05.2018, 10:50 Uhr